SK Wunderthausen baut neue Wettkampfloipe

Teilweise mit "schweren Gerät" wurden die neuen Trassen hergestellt. Foto: Florian Runte

Hallenberg/Wunderthausen. Im Langlaufgebiet Pastorenwiese bei Hallenberg hat der SK Wunderthausen eine FIS-zertifizierte Strecke gebaut, die im Winter einsatzbereit ist.

Innovationen im Bereich des alpinen Wintersports sind nichts Neues. Ganz anders sieht es bei den Skilangläufern aus. Denn im nordischen Wintersport muss man weitgehend noch ohne Ticketverkauf auskommen. Hier sind ehrenamtliche Mitglieder in den Vereinen im Einsatz. Besonders fleißig ist der Skiklub Wunderthausen. Im Langlaufgebiet Pastorenwiese bei Hallenberg hat der Wittgensteiner Club eine FIS-zertifizierte Strecke gebaut. Die Wettkampfloipen rund um die Skihütte sind in diesem Winter bereits einsatzbereit. Und wenn die weißen Flocken mitspielen, können hier am 18. und 19. März die Rennen zum Deutschlandpokal stattfinden, der höchsten nationalen Langlauf-Rennserie.

„Wir tragen seit Jahren nationale Rennen aus. Doch die Anforderungen des DSV werden immer höher. So werden Rennen inzwischen international ausgeschrieben“, berichtet Stefan Küpper, 2. Vorsitzender des SK Wunderthausen. Hintergrund: Der nationale Verband möchte, dass die Athleten möglichst auf homologierten Strecken starten, die den Anforderungen des Langlauf-Weltverbandes FIS entsprechen und wo sie FIS-Punkte bekommen können. Dieser Homologierung (griech. „Übereinstimmung“) trägt der SK nun Rechnung. Sie ermöglicht ihm, auch internationale Wettkämpfe auszurichten.

„Wir haben zudem einige Sportler im nationalen Rennsystem. Für sie ist es eine Bühne, wo sie sich zeigen können“, so Küpper. Doch zurück zum Projekt. Nach einer ersten Ortsbegehung vor zwei Jahren wurden die Strecken nach und nach in Angriff genommen. Dabei wurde der Club vom Vorsitzenden der FIS-Homologierungs-Kommission, Karl-Heinz Lickert, unterstützt, der auch die Abnahme und Zertifizierung vornahm. Zunächst wurde die Stadt Hallenberg kontaktiert, über deren Grund die Loipen verlaufen.

15 000 Euro investiert

„Wir hatten eine gute und immer lösungsorientierte Zusammenarbeit mit Hallenberg. Ohne sie wäre das ganze Projekt gar nicht möglich gewesen“, so Küpper. Aber auch bei Jagdpächtern und der Forstbehörde musste angefragt werden. Danach ging es los. „Wir haben hauptsächlich bestehende Wege und bei neuen Verbindungsstücken Schneisen genutzt“, meint der 2. Vorsitzende. „So konnten wir die Zahl der zu fällenden Bäume auf knapp 80 beschränken.“ Um die Strecken zu verbreitern und schräge Stellen zu begradigen musste auch schweres Arbeitsgerät wie Raupen und Mulcher eingesetzt werden. Zusätzlich wurden Drainagen verlegt.

Und wie viele Leute waren im Einsatz? Ein gutes Dutzend Vorstandskollegen sei dabei gewesen, so Küpper. . „Hinzu kamen auch immer mal wieder Arbeitseinsätze vom Verein.“ Entstanden sind eine 1200 bzw. 1400 Meter lange Sprintstrecke sowie weitere Strecken von 3,75 bzw. 2,5 Kilometern, auf denen Einzelstart-, Massenstart- und Verfolgungsrennen stattfinden. Dazu gehören auch mehrere steile und lange Anstiege. Die Strecken sind sechs bis neun Meter breit. Und was hat das Ganze gekostet? Rund 15 000 Euro wurden investiert. Ein Großteil davon kommt aus der Stiftung Streitwald, der Rest aus Eigenmitteln, Mitgliederbeiträge und Einnahmen aus der Skihütte.

Neben den Vereinssportlern dürfen übrigens auch Hobbysportler auf die Wettkampfloipen. Doch die könnten bei den steilen Anstiegen und Abfahrten schnell überfordert werden. Fest steht, dass es eine solche Anlage in heimischer Region nur noch in Girkhausen gibt. Dann muss man schon weit reisen, nämlich nach Oberhof, um eine ähnliche Loipenstruktur vorzufinden.



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