Schon zehn Jhare gemeinsam in der Spur

Feiern gemeinsam (vorn, von links): Pfarrer Dr. Helmut Hollenstein, Stefan Küpper und Dirk Weber (beide Vorstand Ski-Klub), Hallenbergs Bürgermeister Michael Kronauge und Bernhard Mause (SGV Hallenberg). Im Vordergrund ein Modell der Skihütte – gebaut auf Hallenberger Boden, betreut von Wunderthausen aus.Foto: Rita Maurer

Wunderthausen/Hallenberg.Wo sich früher die Nachbarn mächtig stritten, gibt’s heute ein gemeinsames Skilanglauf-Gebiet. Ski-Klub Wunderthausen und Stadt Hallenberg kooperieren.

Skilanglauf ist ähnlich wie eine Zusammenarbeit: Es gibt anstrengende Teilstücke, hektische Sprints, unüberwindbar scheinende Berge, aber auch herrliche Ausblicke und Passagen, in denen es einfach rund läuft und die letztlich den Spaß und Erfolg an der Sache ausmachen. Genau so lässt sich die Kooperation zwischen dem Ski-Klub Wunderthausen und der Stadt Hallenberg beschreiben. Zehn Jahre dauert sie nun offiziell an und wurde am Wochenende mit dem Geburtstag der Skihütte an der Pastorenwiese gebührend gefeiert. Die Hütte wurde gemeinsam auf westfälischer Seite gebaut, ein großer Teil der Loipen aber liegt in Wittgenstein. Deshalb nutzten am Sonntag unzählige Wanderer und Radfahrer aus beiden Richtungen das herrliche Herbstwetter für einen Ausflug an die Pastorenwiese zum ökumenischen Gottesdienst und dem anschließenden gemütlichen Teil.

Der Landstrich, auf dessen Boden diese fruchtbare Zusammenarbeit stattfindet, ist aus historischer Sicht eigentlich alles andere als ein gutes Omen für Harmonie: Streitwald heißt die Gegend seit dem Mittelalter. Der Name war über Jahrhunderte lang Programm für handfeste Auseinandersetzungen zwischen den Hallenbergern und Wittgensteinern. Es wurde sich bis aufs Blut um Holz und Grundbesitz gestritten, bis vor rund 200 Jahren im Wald zwischen den beiden Orten die bis heute gültige Grenze vereinbart wurde, die auch gleichzeitig die Kreisgrenze ist. Das gemeinsame Skilanglauf-Gebiet hat viel dazu beigetragen, dass eben diese Grenze heutzutage gerne und oft überschritten wird. 

Bei der Geburtstagsfeier wurde jedoch nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft geblickt. So hat der Skiklub Wunderthausen gerade erst 15 000 Euro investiert und drei Loipen nach den Vorgaben des Internationalen Skiverbandes FIS ausgebaut. Die Loipen haben eine Länge von 1,2, 2,5 und 3,75 Kilometern. Für März 2017 ist deshalb bei ausreichender Schneelage der Deutschlandpokal an der Pastorenwiese geplant.

Bis vor knapp 20 Jahren hatten Wunderthausen und Hallenberg noch jeweils ein eigenes Skigebiet. Die Hallenberger gaben ihres an der deutlich höher gelegenen Pastorenwiese jedoch irgendwann auf, weil die Helfer für den Betrieb fehlten. So entstand die Idee, das Wundert­häuser Langlaufgebiet an die Pastorenwiese zu verlegen, die mit ihren bis zu 816 Metern zu den am höchsten gelegenen westdeutschen Langlauf-Regionen gehört.

Beliebtes Ausflugsziel Mit viel ehrenamtlicher Arbeit und einem Leader-Zuschuss von 53 000 Euro konnte somit an die Stelle des ehemaligen Hallenberger Geräteschuppens die repräsentative Skihütte des Ski-Klubs gebaut werden, die im Oktober des Jahres 2006 eröffnet wurde und in den vergangenen zehn Jahren zu einem beliebten Ausflugsziel geworden ist. Dirk Weber und Stefan Küpper vom Vorstand des Ski-Klubs bedankten sich bei Bürgermeister Michael Kronauge aus Hallenberg für die vielseitige Unterstützung, sowohl in bürokratischer als auch in finanzieller Hinsicht.

Der SGV Hallenberg hatte ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk im Rucksack: eine „Friedens“-Ulme. Sie wächst nun an der Stelle, an der sich früher Wundert­häuser und Hallenberger stritten und heute zeigen, dass es auch anders geht. Oder, um es mit dem Skilanglauf zu symbolisieren: an der Wunderthäuser und Hallenberger gemeinsam in der Spur bleiben. Rita Maurer



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