Wunderthausen. Die Sonne bringt den Schnee zum Leuchten. Weite Panoramasicht über die Täler, überzuckerte Winterwälder, ein Traumblick vom Aussichtsturm Ziegenhelle: Skilanglauf auf der „Pastorenwiese“ zwischen Hallenberg und Bad Berleburg ist ein Genuss.

Die drei vom Ski-Klub Wunderthausen betreuten Loipen stehen exemplarisch für das hochwertige Angebot der Nordicsport-Arena Sauerland. Um sie zu pflegen, sind die Klubmitglieder im Ganzjahres-Einsatz. „Was viele nicht wissen: Loipen werden im Sommer gemacht“, erzählt der Vorsitzende Stefan Küpper, der sich auch im Arbeitskreis Nordicsport-Arena Sauerland engagiert. „Wenn andere am Badesee liegen, befassen wir uns mit der Planung und Durchführung der Arbeiten an den Trassen, beauftragen und beaufsichtigen Firmen und packen auch selbst mit an.“ Dann kommt schweres Gerät zum Einsatz. Raupen und Bagger rücken an, planieren die Loipen, nehmen den einen oder anderen Baum weg, lassen Wasser ab, damit im Winter alles perfekt ist. Unzählige Arbeitsstunden sowie mehrere tausend Euro pro Jahr fallen laut Stefan Küpper allein für diese Maßnahmen an. Und auch die Geräte erfordern in den Sommermonaten sorgfältige Wartung. „Dafür haben wir zwei Spezialisten, die mit wachsender Begeisterung viele Stunden lang an den Fahrzeugen basteln.“

Hohes Engagement ist ganz typisch für den Ski-Klub Wunderthausen. „Wir sind so gut organisiert und strukturiert wie eine kleine Firma“, sagt Stefan Küpper. Nur durch guten Zusammenhalt gelingt es, die „Pastorenwiese“ top in Schuss zu halten. Zum Skigebiet gehören die für Anfänger ideale, fast ebene Heiskopfloipe, die mittelschwere Hasselrückenloipe für Klassik - ambitionierte Langläufer können sie auch für Skating nutzen - sowie die anspruchsvolle, klassisch gespurte Ziegenhellenloipe. Ferner eine Hütte, ein Skiverleih und ein Winterwanderweg. Für jeden Anspruch ist etwas dabei.

Wenn sich endlose Spuren durch die weiß verschneite Landschaft ziehen, steht ein kleines Heer von Helfern parat. „Unsere Ehrenamtlichen schlüpfen über den Winter hier oben in völlig neue Berufe“, schmunzelt Stefan Küpper. „Der Banker wird zum Kfz-Mechaniker und schraubt an der Pistenraupe, der Computerfachmann beweist sich als Gastronom und der Versicherungsmakler als Skilehrer oder Touristiker.“ Allein für die Bewirtung der Hütte und den Skiverleih samstags, sonntags und bei Schnee auch freitags absolvieren sechs Leute gleichzeitig Acht-Stunden-Schichten.

Abends, wenn die Urlaubsgäste gemütlich beim Essen sitzen, oder nachts, wenn sie friedlich schlummern, treten die Pistenraupenfahrer des SK Wunderthausen in Aktion. Allein oder zu zweit präparieren sie von acht Uhr bis etwa Mitternacht die Loipen – oder morgens ab vier Uhr, bis es hell wird. „Mittlerweile sind die Fahrzeuge beleuchtet und auch nicht mehr so laut wie früher“, verrät Stefan Küpper. „Unserer Fahrer können sich also durchaus unterhalten.“ Danach muss die Loipe noch etwas „stehen“, damit sie später den Skibetrieb aushält. Ein altgedienter Pistenraupenfahrer ist Gerhard Knoche. Die meisten Wintereinsätze in Wunderthausen gehen auf das Konto des IT-Experten. Das Spuren hat er quasi als Familientradition übernommen, schon sein Vater saß auf dem Pistenbully. Loipen zu präparieren, sei eine Wissenschaft für sich: „Schnee muss man lesen können.“ In einem ständigen Prozess stellen sich die Pistenraupenfahrer auf die wechselnde Beschaffenheit des Schnees ein, ziehen Schneewehen auseinander und greifen nicht selten zur Motorsäge, wenn Äste oder abgebrochene Baumspitzen im Weg liegen.

Trotz des ehrenamtlichen Einsatzes: Loipenpflege kostet Geld! Der „Fuhrpark“ des SK Wunderthausen umfasst zwei Pistenraupen und ein Ski-Doo-Snowmobil. Sie in Schuss zu halten, ist nicht gerade billig. Ein Getriebe zum Beispiel kostet 1500 Euro, ein Satz Ketten satte 20 000. Die Anschaffung eines Pistenbullys um die 200 000 Euro. In einer Saison gehen für die drei Loipen je nach Wetterlage um die 1500 Euro an Spritkosten drauf. Erst 2012 hat der Klub eine Gerätehalle gebaut. Hinzu kommen vielerlei andere Posten, so die Beschilderung, um in den Loipen Sicherheit zu gewährleisten.

Trotz Zuschüssen und Sponsoren ist der SK Wunderthausen daher dankbar für jeden Langläufer, der freiwillig ein Loipenticket erwirbt. „Mit dem Würstchenverkauf allein können wir die Ausgaben nicht schultern“, so der Vorsitzende augenzwinkernd. Denn die Gäste nutzen alle Loipen sowie den großen, geräumten Parkplatz am Skigebiet gratis und profitieren vom Aufwand, den der Klub das ganze Jahr lang betreibt.



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